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Montag, 28. Januar 2008

Die Familie Thury in Freistadt



Die Familie Thury in Freistadt

Die Thury machten sich im Jahr 1739 in Freistadt ansässig. Damals heiratete der Kaufmann Johann Michael Thury aus Weistrach die Johanna Elisabeth Fuxtaller. Der Großkaufmann Josef Thury, auch ein Nachkomme dieses Johann Michael Thury, übernahm von seiner Schwiegermutter im Jahr 1802 das Haus Nr. 2. Seine Frau Eleonora starb 1813, 33 Jahre alt. 1820 heiratete er die Zwirnhändlerswitwe Rosina Osberger aus Neufelden.

Josef Thury sen. war von 1827 bis 1831 Bürgermeister der Stadt Freistadt.

Josef Thury jun. heiratete 1829 die Bräumeistertochter Katharina Krackowitzer aus Windhaag bei Freistadt. Er war von 1835 bis zu seinem Tod 1859, mit einer kurzen Unterbrechung 1848-1849, Bürgermeister in Freistadt. Thury besaß drei Hammerwerke in dem noch heute nach diesem Geschlecht benannten Thurytal. Vom Jahr 1840 war er auch Vertreter der sieben landesfürstlichen Städte bei den Landständen.

Seit mehr als 150 Jahren heißt das Tal der Aist nördlich von Freistadt Thurytal. Der einst mächtige Hammerwerksbesitzer Josef Thury hatte die Kraft des Wassers an drei Stellen zum Betrieb von Eisenhämmern ausgenützt. Die Wagen der Handelsherrn Thury fuhren bis Triest, Breslau und Krakau.

Der Name ist in Freistadt mit dem letzten männlichen Spross, dem Thury Pepi, dem seine Stammtischrunde den Spitznamen „Pury Thepi“ gegeben hatte, ausgestorben. Dieser war jedoch ein durchaus kluger und beliebter Groß- und Teilkaufmann, der sogar den Titel „Kammerlieferant Seiner kaiserlichen Hoheit Erzherzog Eugen“ hatte. Dieser Titel war ihm verliehen worden, weil er für den Erzherzog Salami, Käse, Kaffee und dergleichen lieferte, sooft sich dieses Mitglied des Kaiserhauses mit dem wallenden Federtschako zu Manöverzeiten oder zur Inspektion der kleinen Garnison im Konvikt einquartierte.


Quellen:

Freistädter Geschichtsblätter Heft 1, 1950.

Hilpert, Max: Geschichten aus dem Mühlviertel, Linz 1972.

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